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Zeitfenster 27.03.2004 - 04.04.2004 Berlin, Konzerthaus
 
Armenian Navy Band
Armenien
"Sound Of Our Life" Heaven & Earth
 
Djamel Laroussi
Algerien
"Live" CD und DVD Dadoua
 
Lo’Jo
Frankreich
"Ce Soir Là"
 
Miary Lepiera
Madagaskar
"Soro" Mélodie
 
Janice deRosa & Djeli Moussa Conde
USA & Guinea
"aduna"
 
Khaled
Algerien
"Ya-Rayi" Universal
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Djamel Laroussi

"Algerier zu sein heißt nicht nur, arabisch zu sein. Wir sind eine Summe aus den Ureinwohnern, also den Berbern und den ganzen Invasionswellen danach, den Phöniziern, den Arabern, den Römern, den Türken, den Franzosen. All das bedeutet algerisch."

Derart lebendig zeichnet Djamel Laroussi das Bild seiner Heimat. Der Sänger, Komponist, Arrangeur und Multi-Instrumentalist hat dieses farbenprächtige Kulturmosaik in seinem Werk vielleicht am konsequentesten unter all seinen Landsleuten in die Gegenwart übertragen. Fernab der Raï-Stereotypen, mit denen Algerien im Okzident behaftet ist, präsentiert er einen wahrhaft globalen Setzkasten von Rhythmen, Harmonien und Melodien:

In seinen packenden, sofort eingängigen Songs siedeln vertrackte Rhythmen aus Ägypten und Marokko neben Salsa- und Samba-Anleihen, vermählen sich mit Grooves aus Guinea und Kamerun. Eingebettet in Popstrukturen ertönen die rituellen Zeremonien der Gnawa, jenen mystischen Sufi-Bruderschaften, die als schwarze Minderheit im Maghreb leben. Jazzrock geht eine bezwingende Liaison mit Rap und Raï ein, Balladen schwelgen in farbenprächtiger arabischer Liebespoesie und Parabeln.

Der Mann aus Algier steckt seine Ohren von Jugend auf in zwei Klangwelten: Mit den traditionellen Klängen bei den einheimischen Festen wächst er ganz automatisch auf, nebenbei eignet er sich auf seiner Gitarre die Songs der Beatles, von Stevie Wonder und Wes Montgomery an. Da Djamel Autodidakt ist merkt er zunächst gar nicht, dass er eine Rechtshändergitarre "falschherum" spielt und das in solch einer atemberaubenden Geschwindigkeit und faszinierenden Spielweise, dass es sehr schwer fällt, seinem handwerklich perfekten und optisch ungewöhnlichem Spiel zu folgen. Ende der Achtziger wagt er den Sprung nach Europa:

Als einer von wenigen Gitaristen besteht er auf Anhieb die Aufnahmeprüfung und studiert als erster Afrikaner überhaupt an der Kölner Musikhochschule Jazz (Gitarre und Schlagzeug). Und neben Theorie und Jazzharmonik bewahrt er sich den Spaß an Musik und Rhythmus. So kam es Djamel sehr gelegen, als er noch während seines Studiums mit Cheb Mami auf Welt-Tournee gehen darf, da er so Abwechslung vom universitären Alltag bekommt. Weiterhin spielt er mit Graham Haynes auf den Leverkusener Jazztagen und mit dem Weltklassegitarristen Nelson Veras auf dem Gipfeltreffen der Chet Atkins/Marcel Dadi Assosciation zu dem er von Marcel Dadi persönlich eingeladen wird. Djamel gibt Masterclasses und spielt für den Gitarrenhersteller Takamine.

1997 erscheint Djamels erstes Solo-Album "Sapoulaty", über das die Zeitschrift Jazzthetik urteilt, hier sei "genau der Ansatz einer Popmusik" zu finden, "die sich von den Schubladen der Worldmusic genauso unabhängig machen könnte, wie von den Trends der Popmusikmärkte."

Mit seinem zweiten, 2003 erschienenen Album, hat Djamel, der mittlerweile in Paris seine Wahlheimat gefunden hat, seine Position als einer der führenden exil-algerischen Musiker ausgebaut. "Etoile Filante", dessen Titelstück sich über Monate in den Charts Algeriens auf Spitzenplätzen gehalten hat, verblüfft durch einen Ideenreichtum, den er aus einem unermesslich tiefen Brunnen zu schöpfen scheint. Bauchtanz- und Bossarhythmik, eine Berber-Salsa, Geisterbeschwörungen, die sich unmerklich in einen Jazzrock verwandeln, marokkanische Melhoun-Poesie und Rap.

Djamel Laroussi selbst hat für die ausgebreitete Vielfalt ein schönes Bild parat: "Ich vergleiche die Rhythmen verschiedener Kulturen mit Treppen. Treppen an sich gibt es überall, nur sind die Stufen unterschiedlich. Wenn ein Europäer im Kongo eine Treppe hochsteigt, dann kann es schon mal sein, dass er stolpert."

Dass auch ein europäisches Publikum bei Djamels Musik nicht strauchelt, dafür sorgt die perfekte Verpackung der komplexen Zutaten. Besonders bei seinen atemberaubenden Live-Konzerten wird ohren- und augenfällig, wie mühelos und natürlich der Algerier und seiner exzellente Gruppe mit verzwickten Metren, anspruchsvollem Entertainment und Hitpotential jonglieren. Seine Fans haben den ausdrücklichen Wunsch nach einem Livemitschnitt geäußert - Djamel ließ sich da nicht zweimal bitten und auf CD und DVD liegt nun eines seiner unbestrittenen Konzert-Highlights vor.

Von der ersten bis zur letzten Minute gibt sich das perfekt aufeinander abgestimmte Sextett um den Mann aus Algier funkensprühend und spielfreudig. Djamel beweist, dass er nicht nur die Gitarre vortrefflich zu handhaben weis, er begeistert außerdem noch an dem Sahara-Bass Goumbri und zeigt sein Können als Percussionist an vornehmlich traditionellen Instrumenten wie der T’Bel und der Bendir. Doch nicht nur Djamel, auch alle anderen Bandmitglieder, die er persönlich ausgesucht und zur einer hervorragenden Einheit gebildet hat, zeigen sich als Multi-instrumentalisten, singen und tanzen in einer Intensität, dass oft der Eindruck entsteht, es würden 12 und nicht 6 Musiker auf der Bühne stehen.

Mit dem Keyboarder Smail Benhouhou, dem Saxophonisten Momo Mazouni, dem Bassisten Tarik Gasmi, dem Drummer Guy Nwogang und dem senegalesischen Djembe-Derwisch Issakha Sow hat Djamel die perfekte Gruppe um sich vereint, die ihm in Spielfreude, Können und Bühnenpräsenz in nichts nachsteht.

Nachdem das perkussive Gnawa-Ritual "Lâafou" der Band als zeremonieller Einzug auf die Bühne gedient hat, beginnt das extrem abwechselungsreiche Konzert. Es geht querbeet durch ein überraschendes Programm. "Mazal" versieht Laroussi mit einem halsbrecherischen, arabesk mäandrierenden E-Gitarren-Intro, bevor kabylische Elemente auf Salsa-Muster treffen. In "Aho" vereinigt sich die Gruppe zu einem knackigen, kraftgeladenen Trance-Percussionorchester nebst Chor der sich zum Schluß in Gospel verwandelt. "Toumba", mit einem cleveren Mix aus Châabi, der Pop-Musik Algeriens und einem Gnawa-Intermezzo, begeistert durch das anziehende Finaltempo. Im Chart-Erfolg "Etoile Filante" steuert Momo Mazounis Saxophon raffinierte Einwürfe bei und im zweiten Teil des Stückes mutiert der Ohrwurm mit einer neu rhythmisierten Melodie zur ungewöhnlichen extended version. Mit "Mani Man" leitet eine balladeske Einlage zum erdigen "Hasna" über. Über der swingenden Wüstenlaute Goumbri vereinigt sich die Band zu einem saharischen Chor, der von den Ahl-El-Lil-Beduinen inspiriert ist. Eine geradezu hardrockige Einlage kommt dann noch in "Maal Maa" auf den Hörer zu, bevor in einem turbulenten Medley schließlich Djamel und seine Musiker die Höhepunkte des Konzerts als Zugabe aufblitzen lassen.

Wer das enthusiastische Publikum sieht, bereut, nicht dabei gewesen zu sein. Mit seiner Live-Band hat Djamel Laroussi die idealen Partner aufgestellt, um seinem Unikat aus maghrebinischen, jazzrockigen, funkigen, karibischen und saharischen Farben in der Bühnenfassung noch mehr Strahlkraft zu verleihen.

Die Essener Wochenpost schrieb nach einem Konzertbesuch: "…Wem beim Auftritt dieses Künstlers und seiner Band nicht die Tanzbeine zucken, liebt entweder nur Marschmusik oder dem ist wohl nicht mehr zu helfen - ein absolutes Muss."

Djamel Laroussi - Live

VÖ-Termin: 17.05.2004 (dad003 - dadoua records / indigo)

CD:

1/ Laâfou 2/ N’Kodo 3/ Koubaily 4/ Mazal 5/ Aho 6/ Manandabo 7/ Ahoualik 8/ Toumba 9/ Etoile Filante I 10/ Etoile Filante II 11/ Mani Man 12/a Hasna 12/b Banya 12/c Tougra 13/ Maal Maa 14/ Medley

DVD:

1/ Laâfou 2/ N’Kodo 3/ Koubaily 4/ Mazal 5/ Aho / Manandabo 6/ Toumba 7/ Etoile Filante 8/ Mani Man 9/a Hasna 9/b Banya 9/c Tougra 10/ Maal Maa 11/ Medley

© Malagueta Music Ltd. 2006