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Zeitfenster 27.03.2004 - 04.04.2004 Berlin, Konzerthaus
 
Armenian Navy Band
Armenien
"Sound Of Our Life" Heaven & Earth
 
Djamel Laroussi
Algerien
"Live" CD und DVD Dadoua
 
Lo’Jo
Frankreich
"Ce Soir Là"
 
Miary Lepiera
Madagaskar
"Soro" Mélodie
 
Janice deRosa & Djeli Moussa Conde
USA & Guinea
"aduna"
 
Khaled
Algerien
"Ya-Rayi" Universal
Khaled

Mehrfach angekündigt und dann doch immer wieder verschoben, erscheint nun nach fünf langen Jahren endlich Khaleds neuestes Album "Ya Rayi", auf dem der "König des Raï" einmal mehr die ganze Magie dieses aus Algerien stammenden Stils entfaltet. Unter der Ägide der Produzenten Philippe Eidel, Don Was, Jacob Desvarieux und Farid Aouameur hat Khaled ein gutes Dutzend Songs aufgenommen, die all seine Fans für die lange Wartezeit entschädigen werden.

Khaled Hadj-Brahim kam am 29. Februar 1960 in Sidi El Houari, einem Vorort von Oran, zur Welt. Bereits als neunjähriger Knirps sang er bei Hochzeiten, Geburtstagsfeiern und Familienfesten traditionelle Lieder. Dann entdeckte der heranwachsende Teenager in Filmen mit Elvis Presley, den Beatles und dem französischen Rocker Johnny Hallyday, wie sehr Sänger mit ihrer Stimme Mädchen in Verzückungen versetzen konnten. Und dies erschien ihm natürlich um einiges aufregender, als bei Familienfeiern Großmütter, Tanten und Kusinen zu bezaubern. Also begann er damit, hinter dem Rücken seines Vaters die Schule zu schwänzen und sich in der florierenden Musikszene Orans herumzutreiben. Mit vierzehn Jahren nahm er bereits seine erste Single mit dem Stück "Trigue Lycée" auf, in dem es - wie konnte es anders sein - u.a. um Mädchen, Anbaggern und Schuleschwänzen ging. Das Lied war nicht nur rein textlich, sondern auch musikalisch eine ungeheuere Provokation. (Es wurde übrigens 1999 von Khaled für sein Album "Kenza" in einer neuen Version aufgenommen.)

Der junge Khaled bediente sich nämlich auch eines subversiven Musikstils, der um 1920 in den Bars und Bordellen der Hafenstadt geboren worden war und 1968 durch den Trompeter Bellemou Messaoud eine radikal Veränderung erfuhr. Messaoud revolutionierte den Raï - eine urbane Orchestermusik, die aus einer schlichten traditionellen Hirtenmusik entstanden war - unter anderem durch die Verwendung von westlichen Instrumenten wie elektrischer Gitarre, Saxophon, Geige und Akkordeon. Die Verwendung von Stilelementen des Flamenco (der wiederum selbst arabische Wurzeln besitzt), Jazz und Rock war sogar noch gewagter. All dies brachte Bellemou Messaoud verdientermaßen den Titel "Le Père du Raï" (der Vater des Raï) ein.

So richtig explodierte diese Musik aber erst mit dem Auftauchen der "Chebs" - der "Jungen" -, zu denen als einer der ersten auch Khaled gehörte. Mit dem respektlosen Titel "Cheb" (die weibliche Form ist "Chaba") grenzte sich eine neue Generation algerischer Sänger und Sängerinnen von den traditionellen Musikern, den ehrfurchtsheischenden "Cheikhs" und "Cheikhas", ab. Dennoch nahm außerhalb Algeriens bis in die 80er Jahre hinein kaum jemand Notiz von dieser Musik. Die Klänge waren einfach immer noch zu fremd für europäische Ohren.

Dies änderte sich erst ab 1986 und begann mit Khaleds atemberaubenden Auftritt bei einem Raï-Festival in Bobigny bei Paris. Schlagartig griff das Raï-Fieber auch auf Frankreich über, natürlich vor allem unter den marginalisierten Jugendlichen nordwestafrikanischer Abstammung. Khaleds Kassetten kursierten zu der Zeit zwar schon unter den Musikfans in der algerischen Gemeinde, doch sein furioser Live-Auftritt brachte ihm auch in Frankreich den Ruf ein, der "Elvis der Raï-Musik" zu sein.

Aber der Erfolg hatte seine Schattenseiten. Mit den freizügigen Texten über Sex, Drogen und Rock’n’Roll und seinem ausschweifenden, westlichen Lebensstil waren Khaled und einige seiner Kollegen den Fundamentalisten nun zunehmend ein Dorn im Auge. Also verließ Khaled Algerien und ließ sich in Paris nieder. Er sollte erst dreizehn Jahre später, im November 1999, wieder ein Konzert in Algerien geben können, zog sich aber schon 2001 durch einen gemeinsamen Auftritt mit der israelischen Sängerin Noa wieder den Zorn der Konservativen zu.

Auf seinem ersten in Europa entstandenen Album "Kutché" etablierte der Sänger 1987 gemeinsam mit dem Keyboarder Safy Boutella und dem Pariser Produzenten Martin Meissonier eine neuartige Melange aus Raï, Jazz und Pop. 1991 legte Khaled den Beinamen "Cheb" ab und unterschrieb einen Plattenvertrag bei dem Pariser Label Barclay. Ein Jahr später erschien dort das erste nach westlichen Maßstäben produzierte, groovige Album "Khaled", das den Hit "Didi" enthielt. "Didi" war das erste arabische Stück, das den Sprung in die Top 50 der französischen Popcharts schaffte. Und auch im restlichen Europa und in den USA verhallte der Song nicht ungehört. Produziert hatte dieses Album kein Geringerer als Don Was von der Band Was (Not Was).

1993 folgte "N’ssi N’ssi", produziert von Don Was und Philippe Eidel. Mit Anleihen beim westafrikanischen Highlife, östlichen Violinen, pulsierenden Tracks wie "El Marsem" und dem funkigen Titelstück (das seinem Welthit "Didi" in nichts nachstand) lotete er auf seinem zweiten internationalen Album die Grenzen der Raï-Musik noch weiter aus.

Der dritte und bislang größte Streich gelang Khaled 1996 mit "Sahra". Gemeinsam mit Philippe Eidel und seinem treuen Keyboarder Mustapha Kada legt er die Basis für das Album in seinem Heimstudio in Paris. Dann traf er sich mit Jean-Jacques Goldman, um das unvergleichliche "Aïcha" aufzunehmen. Es war Khaleds erstes Lied in französischer Sprache und es sollte in den kommenden Jahren rund um den Globus noch in diversen Sprachen zum Hit werden. Erst im vergangenen Jahr brachte das dänische Trio Outlandish "Aïcha" wieder in die oberen Regionen der internationalen Charts.

1998 erschienen gleich zwei Live-Alben Khaleds: "Hafla" war während der 1997er Tournee in Frankreich und Belgien mitgeschnitten worden und versammelte Khaleds größte Erfolge der letzten Jahre; das Doppelalbum "1, 2, 3 Soleils" bot wiederum ein Gipfeltreffen der drei sehr unterschiedlichen Raï-Stars Khaled, Rachid Taha und Faudel.

Zuletzt kam 1999 "Kenza" heraus, Khaleds viertes und letztes Studioalbum für Barclay. Mit "Kenza" wahrte Khaled zum einen Kontinuität, brach zum anderen aber auch mit einigen Gewohnheiten - wohlwissend, daß er sich damit der Kritik von Weltmusik-Puristen aussetzte. Hatte er zuvor auf seinen Alben schon mit Elementen des Reggae, Ska, Funk, Salsa, Flamenco, Calypso und Rap gearbeitet, so trieb ihn die Experimentierlust nun dazu, auch Scratches (von DJ Smash und DJ Cue) sowie Drum’n’Bass-Grooves einzusetzen. Und wie stets arbeitete Khaled mit zwei hervorragenden Produzenten zusammen, die ihn sicher in die neuen musikalischen Gefilde leiteten: Steve Hillage (der auch schon Alben von Rachid Taha sowie das Raï-Gipeltreffen "1, 2, 3 Soleils" produziert hatte) und Lati Kronlund (der Leader der Brooklyn Funk Essentials). Mit von der Partie war zudem wieder Jean-Jacques Goldman, der Khaled einmal mehr zwei brillante Songs zum Geschenk machte: "C’est la nuit" und "Derwiche tourneur".

Auch bei der Aufnahme seines neuen Albums "Ya Rayi" konnte sich Khaled wieder auf die kundige Unterstützung einiger exzellenter Produzenten verlassen. Neben Philippe Eidel und Don Was, die bekanntlich schon bei den Erfolgsalben "Khaled", "N’ssi, N’ssi" und "Sahra" federführend waren, vertraute er diesmal auch auf zwei neue Leute: Jacob Desvarieux und Farid Aouameur. Desvarieux war eines der Gründungsmitglieder der sensationellen Zouk-Band Kassav, der noch junge algerische Gitarrist, Bassist, Perkussionist, Komponist und Arrangeur Aouameur arbeitete in seiner Heimat schon mit Stars wie Takfarinas, Baâziz, Cherifa, Amar Diab, Cherine Wagdi sowie Hany Chaker und begleitete Khaled auch ins Studio, als dieser 2001 mit Compay Segundo "Saludo à chango" für dessen Album "Duets" aufnahm.

Musikalisch kehrt Khaled auf "Ya Rayi" zu der hochprozentigen, funky groovenden Mixtur zurück, die er auch schon auf seinem bislang erfolgreichsten Album "Sahra" präsentiert hatte, als er den Raï mit Elementen der lateinamerikanischen Musik und des westlichen Pop durcheinanderwirbelte. Zwar gibt es auch ein paar etwas traditioneller gehaltene Raï-Songs wie "El H’mam" (von dem es auf der CD allerdings noch einen exzellenten Remix von IAM-Mitglied Imhotep gibt), "Ya Galbi" oder "El Ghira" und mit "H’Mama" sogar ein großartiges Chaâbi-Stück, das Khaled im Duo mit Blaoui El Houari singt (Chaâbi ist ein populärer urbaner algerischer Musikstil). Der Großteil des Repertoires besteht aber aus mitreißenden Songs wie "Ya Rayi", "Zine Zina", "Lemen" oder "Yema Yema", die jede Menge Einflüsse lateinamerikanischer, schwarzafrikanischer und/oder westlicher Musik aufweisen.

Neben der normalen CD-Edition erscheint von "Ya Rayi" auch eine limitierte Auflage mit einer rund 30minütigen Bonus-DVD, auf der u.a. Videos von den Super-Hits "Didi" und "Aïcha" und Ausschnitte von dem "1, 2, 3 Soleils"-Konzert zu sehen sein werden.

Musiker: Khaled - vocals

Songs: 01. Mani Hani / 02. Ya Rayi / 03. Zine Zina / 04. El H’Mam / 05. Lemen / 06. Yema Yema / 07. Ya Galbi / 08. H’Mama / 09. Ensa El Hem / 10. Hagda / 11. El Ghira / 12. El H’Mam (Remixed by Imhotep)

Tour 2004

08.11.2004 Brüssel - Ancienne Belgique 15.11.2004 München - Muffathalle 17.11.2004 Amsterdam - Carre Theater 18.11.2004 Hamburg - Fabrik 19.11.2004 Hannover - Pavillon 20.11.2004 Berlin - Columbiahalle 22.11.2004 Stuttgart - Kulturhaus Arena 24.11.2004 CH-Genf - Grand Casino 25.11.2004 CH-Zürich - Volkshaus 26.11.2004 Frankfurt - Alte Oper 27.11.2004 Köln - Philharmonie

© Malagueta Music Ltd. 2006