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Pedro Soler & Gaspar Claus

Pedro Soler & Gaspar Claus
Barlande
InFiné
(im Vertrieb von Alive)
VÖ: 26.09.2011

Die Geschichte dieses Albums beginnt in einer lauen Sommernacht. Inmitten eines Kreidesteinbruchs, umgeben von dessen weißen Wänden, begegnen sich eine Flamenco-Gitarre und ein Cello, um eine besondere Familiengeschichte neu zu schreiben. Denn die Entstehung von Barlande ist in erster Linie die Geschichte von einem Vater, Pedro Soler, und seinem Sohn, Gaspar Claus. Pedro Soler wurde im Jahre 1938 geboren und schon als Jugendlicher in den Kreis der Flamenco-Meister aufgenommen. Er kommt genau am Todestag von Manuel Vallejo nach Madrid und lernt schnell die berühmtesten Persönlichkeiten des Goldenen Flamencoalters kennen. Pedro Soler wird von dem Sänger Jacinto Almadén entdeckt, der seine Feinfühligkeit zu schätzen weiß und ihn als seinen persönlichen Gitarristen ausbilden lassen möchte. Bei dem Erstgitarristen der Truppe, Pepe de Badajóz, entwickelt Pedro Soller ein kraftvolles Spiel und begreift, dass es ihn eindeutig zurück zu den Wurzeln zieht. In seiner gesamten Laufbahn wird er sich als einer der besten Vertreter eines „archaischen“ Flamencos behaupten und permanent auf der Suche nach einer bestimmten Dynamik sein, die ihm wichtiger als die bloße technische Fertigkeit erscheint. „Sich innerhalb eines Erbes, das von Generation zu Generation weitergegeben wird, zu bewegen, bedeutet für mich keine Einschränkung. Das stellt vielmehr einen Regelsatz dar, der die stetige Suche nach der richtigen Form erfordert“, erklärt der Gitarrist, der heute ganz bestimmt zu den anerkanntesten dieser Szene zählt. Gaspar Claus hatte alles, was man für eine brilliante Karriere als Cellist braucht. Doch schon als Teenager bricht er seine Ausbildung am Konservatorium ab: Er spürt, dass es eine andere „Schönheit“ als die akademische gibt, und sucht nach weiteren Einsatzmöglichkeiten für sein Instrument. Diese entdeckt er auf Reisen und bei vielen spannenden Begegnungen. Er improvisiert mit der japanischen, belgischen und baskischen Avantgarde, begleitet amerikanische Künstler (Bryce Dessner, Sufjan Stevens), experimentiert mit elektronischer Musik (Joakim, Rone) sowie mit traditionellen Sounds aus Mali und der Mongolei. „Mein Horizont ist bislang nie schmaler geworden und eins ist sicher: Ich habe nicht die geringste Ahnung, wohin mein Weg mich führen wird“, erklärt er.

In den letzten Jahren begegnen sich Vater und Sohn immer häufiger auf der Bühne, bis sie schließlich gemeinsam nach New York fliegen, um Barlande aufzunehmen. Die Produktion übernimmt Bryce Dessner (The National), ein Freund der Familie, der ihnen viel Platz für Improvisationen einräumt. Entstanden ist ein Album mit einer beeindruckenden Ausstrahlung: Die acht Stücke zeugen von einer starken Verwurzelung und erweisen sich dennoch als überaus innovativ. Der Dialog zwischen Vater und Sohn, zwischen der Gitarre und dem Cello, zieht den Hörer von der ersten bis zur letzten Note in seinen Bann. Dabei verdeutlichen Pedro Soler und Gaspar Claus, „dass der Flamenco in seiner Essenz eine Mischung ist, die aus Begegnungen lebt und von Indien nach Andalusien kam, um schließlich um die ganze Welt zu reisen.“

© Malagueta Music Ltd. 2006