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V.A.
Ozeanien
"Pacific Hotel" Océania
 
Baden Powell
(Brasilien)
"O Universo Musical" Universal
 
Baden Powell
Brasilien
"Lembranças" Universal
 
Simona Barbera
Sizilien
"Mirto" Heaven & Earth
 
Miúcha
Brasilien
"Compositores" Pygmalion
 
Boubacar Traoré
Mali
"Je chanterai pour toi" Mélodie
 
Les Tambours de Brazza
Kongo
"Tandala"
 
Simentera
Kap Verde
"Tr’adictional" Mélodie
 
Moses I
Jamaika
"More than a Dream" Next Music
 
Kora Jazz Trio
Westafrika
"Kora Jazz Trio" Mélodie

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Home > Promotion > Archiv 2003 > Simona Barbera
Simona Barbera

Auf Sizilien sehen selbst die weißen "biscotti dei morti"-Kekse wie die Madonna aus! Dort ist der Alltag weiterhin von archaischen Riten geprägt, das Leben voller Widersprüche und Mysterien. Während ihrer Reisen auf der Mittelmeerinsel sang Simona Barbera mit den Handwerkern und Bauern, sie sprach mit den Fischern, beobachtete die Menschen auf den Märkten und atmete den Rhythmus des niemals verstummenden Straßenverkehrs ein. All diese Eindrücke präsentiert sie heute auf ihrem Debütalbum "Mirto".

Simona Barbera wuchs als Kind sizilianischer Migranten in Genua auf. In seiner Heimat galt ihr Großvater - wie viele andere Bänkelsänger - als Hüter religiöser Kräfte und musikalischer Zeremonienmeister. Der Rhythmus der Arbeit klang in seinen Liedern; sie waren gleichermaßen paraliturgische Rituale und revolutionäre Erklärungen der armen Landbevölkerung, Liebeslieder der Frauen, Gefangenenlieder sowie Schlaf- und Klagelieder. So begann Simona Barbera sich aus der Ferne ihren eigenen Eindruck über die Insel zu verschaffen, über die Religion und den heidnischen Glauben, über das barocke Lebensgefühl, über die spontane Herzlichkeit und die grenzenlose Liebe.

Den sizilianischen Traditionen neues, phantastisches Leben einzuflößen, der Seele dieser magischen Insel einen zeitgenössischen Ausdruck zu verleihen, ist seit vielen Jahren Simona Barberas künstlerisches Anliegen. Ihre Kompositionen in uralter sizilianischer Sprache gehören stilistisch zu den weiblichen Lamenti, deren Wurzeln zwar in der griechischen Tradition Siziliens liegen, bei denen jedoch der Einfluss arabischer Kulturen unüberhörbar ist. Mit kraftvoller und ausdrucksstarker Stimme ebnet Simona Barbera dem traditionellen sizilianischen Vibrato den Weg aus der kitschigen Folklore. Geradezu avantgardistisch zeigt sie sich im Umgang mit Klängen, Harmonien, Rhythmus und Sprache und verzaubert mit langsam fließenden Melodien, flehenden Gebeten, heulenden Wehklagen und bis an den Wahnsinn grenzendes Schreien. Dabei wird sie von der jungen Pianistin Irene Vannucci begleigtet, die mit spannenden Melodieläufen und improvisatorischer Offenheit Simona Barberas Temperament feinfühlig betont.

Jedes Lied auf "Mirto" ist einem sizilianischen Ort gewidmet, wobei der poetische Klang solcher Namen wie Milena, Palermo, Carini, Tindari oder Corleone wichtiger erscheint als geographische oder historische Tatsachen. Auch Mirto ist eine Stadt auf Sizilien, doch Simona Barbera dachte wohl eher an Mirto - die Myrte, eine typisch sizilianische Pflanze mit magischer Kraft, die mit Brot, Lorbeer und Olivenöl auf den Bauchnabel gelegt seelischen und körperlichen Schmerz lindert.

Wahrscheinlich wird der Hörer durch die magische Kraft der Myrte derart verzaubert, dass er bei den sanften Balladen, den Klageliedern und den beeindruckenden Vokalimprovisationen, ohne die Worte zu verstehen, über die Liebe staunt, mit der ein Gemüsehändler eine Apfelsine in die Hand nimmt und die Leidenschaft der Mutter spürt, die ihrem Kind zuruft: "Komm her, sonst bringe ich dich um."

Aus Simona Barberas Erinnerungen ist ein Album geworden: "Mirto", eine aufregende Begegnung mit einer Künstlerin, die sich mit großer stimmlicher Wandlungsfähigkeit und Eigenwilligkeit für die Moderne der sizilianischen Liedtradition entscheidet und sich auf die Suche nach unerhörten Klangräumen begibt!

© Malagueta Music Ltd. 2006